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Die dauerlachenden Energiebomben

Das deutsche Damentennis und ihre Idole

Sie ist im letzten Jahr in London schon kurz vor Schluss gescheitert, auch in diesem Sommer kam es zu einem trĂ€nenreichen Abschied. Sabine Lisicki ist Ausdruck des neuen deutschen Damentennis, es macht wieder Spaß, die Matches zu verfolgen.

An dieser Stelle sollte vor gut einem Jahr – so ehrlich sollte man sein – ursprĂŒnglich ein Artikel ĂŒber Andrea Petkovic stehen. Die damalige deutsche Nummer 1 tingelte von Sieg zu Sieg und zeigte sich auch bei TV Total ĂŒberaus sympathisch. Petkovic war in aller Munde.

Nun ist die inzwischen 25-JĂ€hrige leider aus VerletzungsgrĂŒnden immer weiter zurĂŒckgefallen, in ihrem Windschatten haben einige junge Spielerinnen sie ĂŒberholt. Petkovic zog fĂŒr das deutsche Damentennis zur Saat aus, die Ernte und die positiven Nachrichten heimsen mittlerweile vor allem Angelique Kerber und Sabine Lisicki ein.

London und das Tal der TrÀnen
Insbesondere Lisicki schrieb beim abgelaufenen Wimbledon-Turnier ein wahres TraummĂ€rchen. Serena Williams und Agnieszka Radwanska konnten sie nicht stoppen. Erst im Finale verlor die 23-JĂ€hrige gegen Marion Bartoli. Überaus nervös und mit zahlreichen einfachen Fehlern konnte Lisicki nicht an die guten Leistungen der vorherigen Runden anknĂŒpfen.

Schon 2012 versank Lisicki in Wimbledon im Tal der TrĂ€nen. Im gemischten Doppel erreichte sie zusammen mit Christopher Kas  das Halbfinale, wo sie erst von Andy Murray und dessen Partnerin Laura Robson gestoppt wurden. Auch das Spiel um Bronze konnten Lisicki/Kas nicht fĂŒr sich entscheiden.

Die in London ohnehin ĂŒberaus beliebte Akteurin riss bei Olympia und Wimbledon die Massen mit. Jedoch ist es eine (noch) unvollendete Liebesbeziehung zwischen der Weltstadt und einer angehenden Weltklassespielerin. Dennoch zeigte sie sich nach der Niederlage optimistisch: „Das war mein erstes Grand-Slam-Finale und ich hĂ€tte es so gerne gewonnen. Aber ich hoffe, dass ich diese Chance noch einmal bekommen werde.“

Wird sie auch einmal oben stehen?
Wenn die Entwicklung weiterhin derart stabil nach oben zeigt, dann wird es sicherlich nicht Lisickis letztes Grand-Slam-Finale gewesen sein. Auch die Siegerin Bartoli leistete in Richtung Lisicki Aufbauarbeit: „Ich bin mir sicher, du wirst auch einmal hier stehen.“

Ob ihre Karriere nun diesen Titel oder mögliche andere Grand-Slam-Triumphe bereithalten wird, steht in den Sternen. Nichtsdestotrotz ist es einfach schön zu sehen, in welche Richtung sich das deutsche Damentennis entwickelt hat. Ob nun Petkovic oder Lisicki – es sind junge, frische, sympathische und dauerlachende Energiebomben, die die Schlagzeilen dominieren und das Tennis aus dem tiefen Morast gezogen haben.

(Text: Jerome Kirschbaum)
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Über den Autor

Jerome Kirschbaum
Ressortleiter Sport

Jerome Kirschbaum schreibt am liebsten ĂŒber Sport, wenn er denn nicht selbst auf einem Platz steht. Seit Oktober 2010 verdingt sich Jerome als Schreiberling fĂŒr back view, neben den LeibesĂŒbungen widmet er sich sich auch politischen Themen. Im wahren Leben musste Jerome zahlreiche Semester auf Lehramt studieren, um dann schlussendlich doch etwas ganz anderes zu werden.

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