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Deutsche Komödie mit Charme

Julias Kulturecke: DVD-Kritik „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“

Zwei Liebende aus zwei verschiedenen Welten – nicht gerade ein neues Rezept für romantische Komödien. Dass es dennoch funktionieren kann, beweist Marc Rothemund mit seiner fröhlich-frechen Kinokomödie „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“.

Als Chriz (Kostja Ullmann) zum ersten Mal auf Lila (Anna Fischer) trifft, kann er nicht glauben, dass sie ihn tatsächlich nach seinem Namen fragt. Schließlich ist das eine ganze Weile nicht mehr vorgekommen, ist Chris doch der Leadsänger der erfolgreichen Teenieband „Berlin Mitte“ und mit seinem hübschen Gesicht auf U-Bahnen, Milchtüten und Kaffeebechern vertreten.

Weil Lila gerade ein Austauschjahr in Texas gemacht hat, kennt sie weder den neuen Superstar noch seine Band. Der findet es wiederum herrlich erfrischend, mal wieder nur „Christopher“ sein zu dürfen. Als Lila schließlich erfährt, wer der Unbekannte wirklich ist, hat sie sich längst in ihn verliebt und muss sich der Frage stellen, ob sie jemanden lieben kann, der zwei verschiedene Persönlichkeiten lebt: Chriz, den dauergrinsenden Mädchenschwarm und Christopher, den netten Kerl mit dem Skateboard.

Nun klingt das alles nach einer lauwarmen Romanze mit altbekanntem Schema. Noch dazu haarsträubend unglaubwürdig. Doch irgendwie hat Marc Rothemunds Film seinen ganz eigenen Charme und funktioniert von der ersten bis zur letzten Minute. Das liegt unter anderem an der grandiosen Besetzung. Zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmt die Chemie. Kostja Ullmann überzeugt als sympathischer Teeniestar und beeindruckt mit Gesangstalent. Anna Fischer amüsiert mit ihrer herrlich frischen und frechen Art.

So unrealistisch dieser Film auch sein mag, zeichnet er doch ein sehr authentisches Bild der Bravo-, Twilight- und Tokio Hotel- Generation. Er erzählt von kreischenden Mädchen, die vor Flughäfen und Hotels campieren, von aufgelösten Teenagern, die kein Autogramm ergattert haben und mit Postern tapezierten Mädchenzimmern. „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“ ist dennoch ein Film für alle Generationen, gibt er doch auch einen amüsanten Einblick in das eiskalte Popbusiness mit seinen strengen Auflagen.

Unterschwellig liefert Regisseur Rothemund mit seinem Film auch eine gelungene Liebeserklärung an Berlin. Stets ist die Stadt mit allen Facetten präsent, ob Berlin Mitte, Schöneberg oder Potsdamer Platz. Wer sich in Berlin auskennt, wird sich schnell wie zu Hause fühlen.

„Groupies bleiben nicht zum Frühstück“ ist ein überraschend unterhaltsamer Film, der gute Laune versprüht und Spaß macht. Ideal für einen unbeschwerten Abend auf der Couch!

(Text: Julia Hanel)
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