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Der Weg zur Diktatur: Hitler wird Reichskanzler

Aus der Reihe „Heute vor…“

Es gibt nur wenige historische Ereignisse, die das Bild ĂŒber ein Volk nachhaltig fĂŒr viele darauffolgende Jahre so negativ prĂ€gen wie die „Machtergreifung“ Adolf Hitlers am 30. Januar 1933. Damals konnten nur wenige ahnen, dass sie in das wohl dunkelste Kapitel der bisherigen Menschheitsgeschichte mĂŒnden wĂŒrde. Die Illusion der geplanten „ZĂ€hmung“ Hitlers gehört zu den grĂ¶ĂŸten IrrtĂŒmern der Geschichte.

Das Problem des Kommunismus stellte den Konsens dar, auf den sich die NSDAP und die Parteien der Mitte einig waren. Hitler hatte durch die vergangenen Wahlen eine immens hohe UnterstĂŒtzung unter der Bevölkerung erreichen können, die NSDAP stellte die stĂ€rkste Partei im Parlament. Und Hitler war fest dazu entschlossen, eine zentrale Machtposition unbedingt auf legalem Wege zu erreichen.

Der gescheiterte Putschversuch vom 9. November 1923 war ihm eine Lehre gewesen. Seine Festungshaft in Landsberg, die er spĂ€ter selbst als „Studium auf Staatskosten“ bezeichnen wĂŒrde, gab ihm die Gelegenheit seine ideologische Weltanschauung und politischen Ziele in seinem Buch „Mein Kampf“ niederzuschreiben.

„Eroberung von Lebensraum im Osten“, das war der zentrale Fixpunkt in Hitlers Denken. Jeder Schritt musste nur dem Zweck dienen, Deutschland diesem Ziel nĂ€her zu bringen. Hierzu konnte Hitler exzellent seine Abneigung gegen das Judentum und den Kommunismus ausleben, was bei der Bevölkerung sowie in der Politik zu dieser Zeit meist gut ankam.

Im Januar gelang es Franz von Papen den ReichsprĂ€sidenten davon zu ĂŒberzeugen, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen. Die Idee war, Hitler „einzurahmen“ und ihm so jeglichen Handlungsspielraum zu nehmen, wodurch von Papen selbst die Macht hĂ€tte ausĂŒben können. Am Abend des 30. Januars 1933 wurde Adolf Hitler schließlich durch den ReichsprĂ€sidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt.

Auch wenn daraufhin lediglich zwei Nationalsozialisten in der Regierung saßen, so stellte der Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 bereits die Weichen zur Diktatur. Daraufhin wurden durch die „Notverordnung zum Schutze von Volk und Staat“ die wichtigsten Grundrechte massiv eingeschrĂ€nkt. Was nun folgte waren Terror, UnterdrĂŒckung und Verfolgung, was schließlich endgĂŒltig zur Errichtung eines der grausamsten Regime der Menschheitsgeschichte fĂŒhrte.

Es grenzt fast an eine Farce: ein ehemals erfolgloser Postkartenmaler aus dem österreichischen Braunau erkennt nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg seine Bestimmung zur Teilnahme an der Politik und versucht 1923 sogar mit einem Putsch an die Macht zu gelangen. Nach nur einem Jahr Festungshaft und der darauf folgenden Publizierung von „Mein Kampf“ hĂ€tte man eigentlich von den Ansichten und wahren Absichten Adolf Hitlers gewarnt sein mĂŒssen.

Doch der Irrglaube an die „ZĂ€hmung“ bescherte der Welt schließlich einen rassenideologischen Vernichtungskrieg ungeheuren Ausmaßes. Der Versuch des Aufbaus eines „TausendjĂ€hrigen Reiches“ scheiterte klĂ€glich, doch die Folgen werden noch lange unvergessen bleiben.

(Text: Robert Reiche)
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Über den Autor

Wenn Robert mal groß ist, will er es auch bleiben. Bis dahin verbringt er seine Zeit in virtuellen Welten und denkt, redet und schreibt ĂŒber Filme, Spiele sowie ĂŒber Gesellschaftsthemen. Der studierte Historiker arbeitet dazu noch als IT-Berater und verreist gern mit dem Fahrrad, um LĂ€nder und Leute kennenzulernen.

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