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Der junge deutsche Filmnachwuchs

Zu Gast auf dem Filmfestival in Saarbrücken

Der Regisseur und Autor Oskar Roehler ist zum diesjährigen Max Ophüls Filmfestival als Ehrengast eingeladen. Mit seinen leidenschaftlich inszenierten Werken wie „Lulu & Jimi“ sowie „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ gilt er als Vorbild für den jungen deutschen Filmnachwuchs.


Am 21. Januar öffnete Saarbrücken erneut seine Kinosäle im Rahmen des Max Ophüls Filmfestival, bei dem junge Filmemacher ihr Können unter Beweis stellen. Umso mehr ist es ein Ansporn für sie, wenn der diesjährige Ehrengast Oskar Roehler heißt. Der am Eröffnungstag seinen Geburtstag feiernde Regisseur, Drehbuchautor und Produzent wird fünf seiner Werke aus den letzten 15 Jahren präsentieren.

Dabei stehen diese Filme natürlich außer Konkurrenz. Sie zeigen dennoch eine große Professionalität, die den jungen Filmemachern beweist, dass das Festival ein Sprungbrett zu einer soliden Karriere sein kann. Denn auch Roehler hat genau hier einmal klein angefangen.

Was steckt hinter seinen Werken?
„Lulu und Jimi“ (2009) ist eine konsequent und eigenwillig umgesetzte klassische Liebesgeschichte. Mit sehr aussagekräftigen Kinobildern reißt sie den Zuschauer bis zum Ende hin mit. Der Film bezeichnet sich als Komödie, die teils von bekannten deutschsprachigen Schauspielern besetzt ist. Doch um den Staranteil geht es ihm dabei nicht. Vielmehr ist ihm eine durchdachte und kreative szenische Darstellung wichtig. Diese wird von einer großen Varietät an Geschichten und Genres begleitet.

In „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ (2010) greift er thematisch den Holocaust auf, der mit seinem tragischen Ende den Film als Drama definiert. Moritz Bleibtreu verkörpert dabei mit expressionistischer Konstanz den Propagandachef Joseph Goebbels.

Der Film ist ein authentisches Meisterwerk mit begabten Darstellern. Das Besondere an Roehler: Er schreibt erst die Geschichten und sucht sich dann passende Schauspieler – nicht andersherum. Auf kommerziellem Wege hätten seine Filme wohl keinen Erfolg.

Von Max Ophüls zur Berlinale
Wer sich in Saarbrücken einen Namen macht, hat die Chance im Wettbewerb der Berlinale zu stehen – eine der drei großen Festivalhochburgen Europas. So gelang auch Roehler 2003 mit „Alter Affe Angst“ und 2010 mit „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ eine Teilnahme an dem Wettbewerb in Berlin.

Max Ophüls ist das einzige Nachwuchsfilmfestival im deutschsprachigen Raum. Wer hier einen Preis erhält, wird sich mit internationalen Filmwerken messen können. Jud Süß gewann zwar keinen Preis in Berlin, aber dennoch gehört Roehler, der bereits mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Deutschen Filmpreis in Gold geehrt wurde, zu den facettenreichsten Regisseuren Deutschlands.

Kontakte knüpfen
Neben den Filmprojektionen organisiert das Festival Begegnungen, in denen sich interessierte Fachbesucher mit den Filmemachern austauschen können. Ziel ist es, neue Filmprojekte entstehen zu lassen und sie zu fördern.

Das Speed-Dating ermöglicht Autoren, Redakteuren und Produzenten 15-minütige Gespräche, in denen sie über gemeinsame Ideen reflektieren können. Dazu finden an jedem Abend während der Festivalwoche Treffen in Lolas Bistro statt. In diesem Club haben dann sogar private Festivalbesucher die Chance haben, mit den Filmschaffenden in Kontakt zu treten.

Oskar Roehler wird als Ehrengast dort wohl oft zu sehen sein. So findet man die Gelegenheit, ihn über seine einzigartige Art des Filmemachens zu befragen und vielleicht auch schon Details über seinen neuen Film „Quellen des Lebens“, der im Februar in die Kinos kommt, heraus zu kitzeln.

(Text: Tom Pascheka)


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Über den Autor

Tom Pascheka
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