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Das Universum ein Fußball?

Möglichkeiten außerhalb unserer Vorstellungskraft

Seit Jahren streiten Forscher um die Form des Universums. Bisher wurde noch keine eindeutige Lösung erbracht. 2003 tauchte immerhin schon einmal eine viel versprechende Theorie auf: Das Universum als Fußball – kann das wahr sein?

Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist für uns Menschen von zentraler Bedeutung. Wir beziehen Religion, Philosophie und Biologie in diese Überlegung mit ein und übersehen doch, dass diese Frage vielleicht von einer viel größeren Frage in den Schatten gestellt wird: Was, wenn wir selbst nur ein Staubkorn in einer noch viel größeren Welt sind? Gibt es dann für uns überhaupt einen tieferen Lebenssinn?
Der Kinderfilm „Horton hört ein Hu“ beschäftigt sich mit dieser Frage. Dort findet der Elefant Horton eine eigene kleine Welt – auf einem Staubkorn. Welche Bedeutung hat die Existenz noch, wenn über der eigenen etwas viel größeres existiert? Und darüber sollten nicht nur die jungen Zuschauer nachdenken, denn vielleicht ist der „Horton-Gedanke“ gar nicht so abwegig.

Vor sieben Jahren veröffentlichte das Forschungsteam um Jean-Pierre Luminet vom Observatoire de Paris eine Theorie, die besagt, dass das Universum die Form eines Dodekaeders besitzt. Demnach wäre das Weltall also der Form eines Fußballs sehr ähnlich: ein zwölfseitiger Körper aus identischen Fünfecken. Der Durchmesser dieses Fußballes würde übrigens etwa 70 Milliarden Lichtjahre betragen.

Begründet wurde diese Theorie mit Daten der NASA-Sonde WMPA. Diese misst, einfach ausgedrückt, das kosmische Nachglühen des Urknalls. In einem unendlichen Universum müssten die zu messenden Wellen in allen möglichen Größen existieren. Doch ab einer bestimmten Größe scheinen sie zu verschwinden. Das brachte die Forscher auf die Idee, dass das Universum begrenzt sein könnte. Die Wellen im Raum können nämlich nicht größer sein als der Raum selbst.
Diese Theorie wurde bereits von anderen Forschern angezweifelt und scharf kritisiert. Doch ginge man nun einmal davon aus, dass diese Theorie der Realität entspräche – was würde das bedeuten?

Wir wären dann winzige Partikel im Inneren eines Fußballs, scheinbar kaum von Bedeutung. Der Fußball wäre sicher gerade in einem Spiel – einem überdimensionalen Fußballspiel. Doch da tauchen schon wieder neue Frage auf: Wer zockt dort gegeneinander? Ist Gott ein Mitspieler? Und gegen wen würde Gott wohl spielen? Wie groß müsste solch ein Fußballfeld sein, wenn schon der Ball außerhalb unserer Vorstellungskraft liegt? Und was sind dann eigentlich die schwarzen Löcher? Sind es die Ventile durch die wir nach „Draußen“ gelangen können? Und was nützt all das Grübeln über den Sinn des Lebens und die Suche nach „Außerirdischem Leben“, wenn wir doch eigentlich von so unbedeutender Größe sind?

Und am Ende ist und bleibt doch die spannendste Frage: Wie steht das Fußballspiel gerade? Wer wird gewinnen und was hat das wiederum für Konsequenzen für uns Menschen?

(Text: Regina G. Gruse)
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