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Das neue Ägypten

Land und Leute nach der Revolution
Matthias Matt Bannert hat sich auf eine Reise nach Ägypten gemacht. Dort will er sich einen eigenen Eindruck von den Menschen und dem Leben vor Ort machen. Täglich berichtet er in seinem Blog und gibt back view hier einen Einblick in die ersten Fotos, Videos und Erlebnisse in Kairo.

 

TAG 2 – 03. Juni 2011: „Die Waisenkinder von Kairo
freitagsdemoWir treffen Schwester Mary. Sie ist ein bisschen schüchtern, will sich nicht von mir fotografieren lassen. Aber sie erzählt von ihrer Arbeit, spricht besser Französisch als Englisch, und berichtet von den 82 Mädchen, die bei ihr im Haus wohnen. Sie ist die einzige Nonne, die dort arbeitet. Bis zu ihrer Hochzeit leben die Mädchen hier, dieses Jahr werden vier heiraten. Ihre Augen leuchten, wenn sie spricht. Der Deckenventilator wackelt, durchs offene Fenster ruft der Muezzin.
Sie hat Hoffnung. Hoffnung auf ein besseres Ägypten. Dass ihre Erziehung sich in die neu gegründeten Familien weiterträgt. Und das wird sie. Eines ihrer Mädchen ist gerade zu Besuch, Schwester Mary hält ihr kleines Kind auf dem Arm. Es ist ja praktisch Marys Enkel. Die Mädchen geben weiter, was die Schwester ihnen beibringt.– Weiterlesen könnt ihr HIER

TAG 1 – 02. Juni 2011: „Der Blick der Deutschen
erste eindrckeMein Fahrer fährt mich also zum Marriott Hotel im Stadtteil Zamalek. Dort wartet mein Kontaktmann Michael Wurche, der mich dem Repräsentanten von Lufthansa (und anderen Airlines) in Kairo vorstellen will. Der Straßenverkehr ist chaotisch, die Beulen an den permanent hupenden Autos zeugen von der rücksichtslosen Fahrweise der Ägypter.
Ich krame nach meiner Sonnenbrille. Der Fahrer fragt, ob er Musik anmachen kann, aus dem Radio tönt Arab-Pop unterlegt von hektischem Hupen. Am Straßenrand sehe ich riesige Werbetafeln mit vertrauten Motiven: Pepsi-Werbung, Pampers-Werbung, alles aber mit arabischen Schriftzeichen.

Ulrich Link, der Lufthansa-Manager, kann spannende Sachen erzählen. Als die Protestbewegung ausbrach, war er im Lufthansa-Büro, sorgte für eine Notbesetzung, die sich um die Ausreise von Deutschen kümmerte. Ich bin noch ganz kaputt vom langen Flug, mir ist warm und ich habe noch nicht einmal in meinem Hotel eingecheckt. Dennoch lausche ich gespannt seinen Erzählungen, schreibe fleißig mit. Seine Assistentin bringt mir ein Wasser aus dem Kühlschrank im Büro. Im meinem Kopf bilden sich schon die ersten Formulierung für meine Reportage. Ein Glücksgriff.

– Weiterlesen könnt ihr HIER

WIE ES DAZU KAM: „Was passiert hier?
Revolutionen gibt es viele. Es gibt sie in Französisch, in Amerikanisch, in Griechisch, in Polnisch, in Deutsch. Es gibt sie friedlich, es gibt sie gewaltsam. Es gibt sogar eine digitale oder eine sexuelle Revolution. Ich erinnere mich an einen Mitschüler, der sagte mal im Unterricht, dass er es irgendwie schade findet, nicht in einer so aufregenden Zeit zu leben. Damals gab es noch so richtige Umstürze, politische Partizipation der Menschen auf der Straße.
So „ruhig“ ist die Zeit überhaupt nicht, finde ich. Völlig gebannt saß ich vor dem Fernseher, durchsurfte den ganzen Tag das Internet, als die Menschen in Ägypten auf die Straße gingen, einfach so ihren Präsidenten vom Thron jagten. Dann klingelte das Telefon, ein befreundeter Reporter war dran. Er fragte, ob ich mit nach Kairo fliegen wolle. Schon am nächsten Tag sollte es losgehen.

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Link zum Blog von Matthias Matt Bannert: „Das Neue Ägypten“

(Text und Fotos: Matthias Matt Bannert)


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