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CSU, Bahn, Kony und Daumen

Der Netzreport vom 19. März

back view stellt euch hier jeden zweiten Montag interessante Neuigkeiten, Websites und Videos vor. Unsere beiden Netzreporter Simon Zöllner (siz) und Eric Elert (ele) sind dabei immer auf der Suche nach den Highlights aus dem Netz für euch und nehmen dazu auch Hinweise unter netzreporter@backview.eu entgegen.


CSU bezieht Position
Beim zweiten Netzkongress der CSU am vergangenen Wochenende forderte der CSU-Netzrat einen Staatsminister für Internet und digitale Gesellschaft, bessere Ausstattung der Schüler mit Computern (insbesondere Tablet-PCs) und eine strengere Reglementierung der digitalen Überwachung durch die Polizei. Zusätzlich lehnte der CSU-Netzrat das Antipiraterieabkommen ACTA entschieden ab. Außerdem forderte der CSU-Netzrat eine Reform des Urheberrechts hin zu Rechtsvereinfachung und Fair-Use. Auch eine bessere Integration des Internets in den Schulalltag und eine kritische Betrachtung von Zugangssperren waren Thema des Kongresses. Die Vorschläge wurden jedoch nicht von allen Parteifreunden begrüßt, sondern es gab kontroverse Diskussionen. (siz)

Der Kony-Effekt
Der Film „Kony 2012“ der US-Non-Profit-Organisation Invisible Children hat hohe Wellen geschlagen. Innerhalb von einer Woche wurde er bei Youtube und Vimeo über 90 Millionen mal angeklickt. Das dreißigminütige Video ist damit zweifelsohne eines der viralsten Videos, das im Netz jemals veröffentlicht wurde. Invisible Children war in der Vergangenheit kaum im Netz sichtbar und einige in der letzten Zeit veröffentlichten Artikel werfen ein kritisches Licht auf die Organisation.
So würden angeblich nur ein kleiner Teil der Spendengelder in Hilfsprojekte fließen und außerdem stelle der Film Sachverhalte falsch dar, versuche auf die Tränendrüse zu drücken und die Organsiation wolle die Betrachter so zu einer monatlichen Spenden verleiten.
Dieser Vorfall zeigt sehr gut, wie sehr die Internetnutzer inzwischen Verantwortung übernehmen müssen. Der Film wurde, trotz oder gerade wegen, der heftigen Kritik, mehrere Millionen Mal in sozialen Netzwerken geteilt. (siz)

Zug um Zug im Bilde
Die Süddeutsche Zeitung hat vor kurzem einen neuen Service gestartet, mit dem der Bahnverkehr in Deutschland angezeigt werden kann. Dazu beobachteten sie über mehrere Monate die von der Bahn herausgegebenen Verspätungsmeldungen für ihre Züge. Auf einer übersichtlichen Karte lassen sich nun aktuelle Zugverspätungen und Verspätungen in der Vergangenheit anzeigen. (siz)

Der SMS-Nachfolger
Vodafone, Telefónica („O2“), und die Telekom arbeiten seit einiger Zeit an einem kostenpflichtigen Nachfolger für SMS namens „Joyn“, branchenintern als RCS-C bezeichnet. Vergleicht man Joyn mit Diensten wie Whatsapp, so fällt kein Vorteil auf. Joyn scheint mehr ein Nachzügler-Produkt zu sein, dass aus der Not heraus geboren wurde, um nicht den Anschluss zu verlieren. Doch in Zukunft könnte Joyn ernorme Vorteile gegenüber den Konkurrenten bieten.
So sieht der Standard unter anderem einen fließenden Wechsel zwischen Text-, Audio- und Videoverbindungen vor. Der VoIP-basierten „MMTel“- Standard, ein Teil von Joyn, bietet also viel Potential für neue Inhalte. Bezahlinhalte liegen besonders im Fokus der Anbieter. So könnte Produkte, die bisher kaum bekannt sind (wie VodafoneLive) in Zukunft in anderer Form neu aufleben. Auch IPTV-Inhalte, wie die Übertragung von Bundesligaspielen, wird für Joyn ins Auge gefasst. (siz)

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Thumbs up!
Bei der für iPhone und Android erhältlichen App „Thumb“ können Nutzer Feedback zu beliebigen Fragestellungen bitten. Das Potential der App ist beeindruckend und das Produkt hat bereits jetzt viele Nutzer. So erhält man innerhalb von Minuten dutzendfach Feedback zu der gestellten Frage. (siz)

Rage Comics
Sicher habt ihr auf der Facebook-Status-Page schon Links wie „9GAG“, „reddit“ oder „Ragecomics“ gelesen. Worum handelt es sich dabei?
Ragecomics bestehen aus Meme-Gesichtern. Ein Meme ist eine Art Insider-Witz, welcher eine Situation oder ein Gefühl mittels einem oder mehreren wenigen Bildern beschreibt. Diese Situationen stammen meistens aus dem Alltag oder den zahllosen Treffpunkten im Netz wie Foren oder Onlinespielen. In ihnen werden diese Situationen ironisch und spielerisch, manchmal auch zynisch aufs Korn genommen. Ein Beispiel dafür ist das „Trollface„, welches das Gesicht einer Person symbolisiert, die einen anderen PC-User vorsätzlich provoziert hat – sei es zur eigenen Belustigung oder zum Erhaschen von Aufmerksamkeit. Trollfaces werden beim Stellen einer besonders dummen Frage oder beim Brechen einer gesellschaftlichen Konvention gepostet.

Momente dieser Art werden – zusammen mit anderen Meme-Faces – in Comics integriert, welche einfach über vorgefertigte Assistenten online erstellt werden können. Diese Cartoons werden dann auf diversen Webseiten wie 9gag.com, reddit.com oder failblog.com veröffentlicht.
Andere Rage Comic Memes sind z.B. „ME GUSTA„, „Fuck that“ (Yao Ming Face) oder der „Y U NO-Guy„.

Weitere Informationen zu Memes gibt es hier … (ele)

Die nächste Ausgabe des Netzreport erscheint am 2. April.
Wer interessante, lustige oder spannende Dinge für uns entdeckt, kann uns gerne den Link per Mail an netzreporter@backview.eu schicken.

(Text: Simon Zöllner, Eric Elert / Zeichnung: Christina Koormann)
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Über den Autor

Simon Zöllner
Anzahl der Artikel : 10

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