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Bromance, Bier und Brüste!

Mein Tag als Mann

Als Frau hat man sicherlich einige Vorurteile gegenüber Männern. Das folgende Gedankenexperiment aus dem Leben eines Mannes enthält auch einen Querschnitt meiner persönlichen Erfahrungen.

Ein Tag im Leben eines MannesDas Verhalten von anderen Menschen ist nicht immer nachvollziehbar. Wenn es sich dabei auch noch um einen Mann handelt, dann ist es oft schlichtweg unmöglich! Vielleicht aber wirklich nur, weil ich eine Frau bin. Von Klischees halte ich eigentlich nichts, denn Männer sind ja auch nur Menschen. Der folgende Querschnitt entstammt dem Leben des 24-jährigen Studenten Matthies. Fernab von allen Vorurteilen kommt es zu Situationen, die jeder von uns kennt. Aber keiner so wirklich erklären kann.

8.39 Uhr: Doro ist schon weg, puh, freie Fahrt für Flatulenzen. Hat die ganze Nacht schon geklemmt! Außerdem bleibt mir so zum Glück auch ihre minutiöse Tagesplanung für heute erspart. Als ob ich wüsste, welchen Tag wir heute haben. Hm, eigentlich fühl ich mich total schlapp, ist sicher ´ne Grippe. Musste sogar schon einmal niesen.

Aber ich bin ja einer von den Harten. Heute Abend läuft das Champions League Finale, das darf ich nicht verpassen! Deswegen sollte ich jetzt auch mal duschen. Besonders, weil es so verdammt viel Spaß macht, meine Unterwäschehäufchen in der Wohnung zu hinterlassen. Doro nörgelt deswegen ganz schön viel. Frauen, sage ich nur!

Der erste Schritt aus dem Bett

8.51 Uhr: Ich stelle mich vor den Spiegel und ziehe meine Boxershorts bis zum Bauch hoch, unten blitzt meine pralle Männlichkeit hervor. Das ist wirklich witzig.

Weil ich schon 20 Minuten zu spät zur Vorlesung bin, beende ich abrupt mein Morgenritual vor dem Spiegel und komme zum nächsten wichtigen Schritt für einen guten Start in den Tag: Eine Sitzung auf dem Klo. Zur Ablenkung gibt’s den Sportteil der Tageszeitung! Danach bildet sich aus Boxershorts und Socken wie von Geisterhand eines dieser oben genannten Kleiderhäufchen.
Nochmal ordentlich an den Hinterborsten gekratzt und ab geht es unter die Dusche. Duschgel leer? Na egal, dann nehm‘ ich das Magnolienduftzeugs meiner Liebsten.

9.15 Uhr: Jetzt hab ich den ersten Teil der Vorlesung eh verpasst, dann kann ich auch noch schnell frühstücken. Mhm lecker, Toast und Hackbraten von vorgestern. Für ne Runde Mario Kart reicht das jetzt auch noch. Die Vorlesung ist jetzt zwar schon vorbei, ich hätte aber sowieso weder Stift noch Zettel eingepackt. Außerdem hat die Mensa seit elf Minuten offen. Heute gibt es Fleisch! Mit Fleisch! Herrlich.

Sport für jedermann

14:32 Uhr: Nach meinem kurzen Ausflug in die Mensa und die Bib geht’s zum Pumpen mit Hannes ins Fitnesscenter! Denn der Sommer kommt und die Klamotten gehen. ABER: Erstmal bei Facebook taggen, wie heißt es so schön: „No pain, no gain.“! Dazu gibt’s natürlich noch ein Oberkörper Selfie mit Hannes zusammen. Er ist einfach mein Bro! Zwischen uns kommt nichts.

16:30 Uhr: Puh endlich zu Hause. Doro ist auch wieder da, ich wittere meine Chancen für ein bisschen „Sexytime“! Sicherlich hat sie vorhin deswegen vier Mal angerufen. Ich begrüße sie zum Zeichen meiner Liebe mit einem herzhaften Griff an die Brüste. Oh, ein Todesblick. Ich verstehe das nicht, sie müsste doch eigentlich fuchsteufelswild auf mich werden. Oder ist sie vielleicht sauer? Ja. Ich glaube, sie ist sauer. Ach ja – shit – um 15 Uhr sollte ich sie vom Einkaufen abholen, glaube ich.

17:45 Uhr: Zum Glück muss ich jetzt auch schon wieder los zum Grillen und Fußballschauen, dann muss ich mich nicht weiterhin für das verpatzte Date mit Doro rechtfertigen. „Tut mir Leid Schatz, du hast Recht, ich liebe dich!“, rufe ich noch und renne raus, damit ich es pünktlich zu Hannes schaffe.

22:23 Uhr: Das Finale ist vorbei und wir haben verloren. Hannes und ich sind aber trotzdem glücklich, denn wir haben Bier und uns. Dann beendet aber leider seine stressige Freundin Vanny unseren großartigen Abend: „Ist ja auch schon spät“.

22:39 Uhr: Puh. Endlich zu Hause. Ich platziere artgerecht meinen Kleiderhaufen vorm Bett und lege mich zu meiner Süßen. Die hat sich sicher wieder beruhigt. Aber…da sind sie wieder: die Flatulenzen. Naja, Doro schläft ja schon – also was soll’s …

(Text: Laura Gassner / Foto: Jonny Krüger by jugendfotos.de)
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Über den Autor

Laura Gassner
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