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Bill Gates und sein Leben

Wer ist der reichste Mensch der Welt?

Als der kleine Bill Gates sich die Computer in der Schule näher ansah, war es um ihn geschehen. Als 19-Jähriger gründete er nach Abbruch seines Studiums an der Harvard mit Paul Allen gemeinsam eine eigene Computerfirma: Microsoft.

Selten wird ein Lebenslauf so populär wie der von Bill Gates. Sogar Thomas Gottschalk durfte ihn in seiner Show “Wetten, dass…” im Jahr 2000 willkommen heißen und bemerkte, dass er anfangs nicht gedacht hätte, dass Gates tatsächlich komme. Doch so saßen sie auf einem Sofa beisammen und Gottschalk befragte den reichsten Mensch der Welt, sein Vermögen wird auf 69,5 Milliarden Euro geschätzt, mit ungläubigem Grinsen auf dem Gesicht. „Wir hatten die Vision einen Computer zu schaffen, der in jedem Haus zu finden ist, ein Hilfsmittel für alles“, erzählte Bill Gates über die Anfänge von Microsoft mit seinen Jungs in der Schule.

Bill Gates

Ein erfinderischer Geist

Der Gedanke, dass Computer das Leben erleichtern, hat der heute 60-jährige Gründer des Computerkonzerns Microsoft noch nicht vergessen. Auf seiner persönlichen Website gatesnotes erzählt er begeistert über seine neue Idee für Bauern in Südafrika. Die digitale Infrastruktur, wie Handys oder PCs, soll demnach der afrikanischen Bevölkerung die Kommunikation erleichtern und drücke zudem rasant die Kosten für geschäftliche Abwicklungen durch das Internet. Die Transaktionskosten wären so gering, dass Unternehmen Geld machen und den Armen dienen könnten.

„Die hinzugefügte Variable der digitalen Technologie hat die Entwicklung der Landwirtschaft verändert“, meint Gates. In Afrika arbeitet die Hälfte der Menschen in der Nahrungsproduktion, trotzdem werden Nahrungsmittel zu einem beträchtlichen Teil importiert. Das dahinterliegende Problem sieht Bill Gates in Folgendem: Der landwirtschaftliche Markt mit seinen Banken existiert auf einer formellen Ebene, hingegen die Bauern existieren auf einer informellen. Die Kommunikation zwischen Bauern und Markt funktioniert deswegen nicht und sollte durch die digitale Infrastruktur verbessert werden.

Dass sein Projekt auch Schwachstellen hat, wird beim Lesen der dazugehörigen Kommentare deutlich. So schreibt Archiebalb Auchenlech, dass vielleicht 66 Prozent der Menschen in Afrika ein Mobiltelefon besäßen. Nur 40 Prozent hätten in Südafrika einen Vertrag mit einem Telefonanbieter abgeschlossen, die Anderen würden ihr Mobiltelefon nur sporadisch nützen, wenn gerade Geld da sei. Auchenlech fordert deswegen von Unternehmen wie Microsoft, Facebook oder Google freien Internetzugang für alle, sonst bliebe die Idee Gates neue Technologien für eine bessere Welt zu nutzen ein Luftschloss.

 

Bill Gates: ein Mann, der spendet und trickst

Gates ist sich der prekären Situation vieler Menschen rund um die Welt bewusst. Durch die 1999 gegründete Institution Bill & Melinda Gates Foundation wollen er und seine Frau Melinda die Lebensumstände der Menschen von Seattle bis Südafrika verbessern. Ihrer Meinung nach, solle jeder Mensch die Chance haben, ein gesundes und produktives Leben zu führen. Deswegen setzt sich die Institution weltweit für Gesundheit und Bildung ein.

Der Fan von Leonardo di Vinci genießt einen breiten Bekanntheitsgrad, bei Fernsehauftritten gibt er sich gesprächig und humorvoll. Das Publikum verfolgt ihn nicht selten mit hoffnungsvollen Augen – alle wollen von ihm wissen, wie Reich-werden geht. Der Programmierer und Aktionär könnte Schlitzohr genannt werden, in den letzten Jahren reihten sich Gerichtsprozesse gegen Microsoft und Bußgeldzahlungen des Konzerns aneinander.

Auch die Europäische Kommission verhängte dem Konzern im Jahr 2008 ein Bußgeld von 899 Millionen Euro wegen überhöhter Lizenzgebühren. Diese Summe wurde der Rekord bei Geldstrafen, die von der Europäischen Kommission bis dahin verhängt wurden. Microsoft und insbesondere Bill Gates wurden wegen Datenschutzverletzungen und Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht öfters kritisiert, Microsoft soll seine marktbeherrschende Stellung zur Erlangung der Marktführerschaft im Bereich der Server ausgenutzt haben.

Gates Einstellung zum Klimawandel

Ein weiterer Punkt, der Bill Gates in Zwielicht rückt, ist seine Stellungnahme zur Umweltverschmutzung. Im Interview mit dem Magazin The Atlantic erläutert er seinen Standpunkt, dass dem Klimawandel nur durch Innovation entgegen zu treten ist. „Die ganze moderne Wirtschaft und unsere Lebensstile sind eine Ansammlung von Innovationen“, sagt er und prognostiziert: „Mit den heutigen Technologien würden wir das unheimliche Experiment durchführen die Atmosphäre aufzuheizen und sehen, was passiert.“ Dem ist gegenüber zu stellen, dass es bereits Technologien für erneuerbare Energien gibt, wie Wind- und Sonnenenergie. Bill Gates ist aber der Meinung, dass erneuerbare Energie für Länder wie Indien zu kostspielig und die gesamte indische Wirtschaft auf ihre eigenen Kohlekraftwerke angewiesen sei.

Bill Gates ist zudem Vorsitzender von TerraPower, einer Unternehmen für nukleare Energie. Desweiteren ist Warren Buffet, der größte Spender der Bill & Melinda Gates Foundation, Besitzer einiger Fabriken fossiler Energie. Somit stehen die Personen rund um gemeinnützige Institution der Gates Foundation in der Branche einer anzweifelbaren Industrie. Wie Gates zugleich die Umstände jedes Menschen verbessern will und TerraPower vertretet, bleibt offen.

Allerdings zieht er vor allem die reichen Länder, namentlich nennt er die USA, Europa und China, für die Lösung des Klimaproblems in die Verantwortung – einen weltweiten Abbau der Erdölindustrie sieht er im Interview mit The Atlantic dennoch als unrealistisch an: „Solange es keine Steuer für Kohlenstoff gibt und das Zeug legal ist, soll jeder die Möglichkeit haben herum zu fahren.“

(Foto: Julian Beger by jugendfotos.de)

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Über den Autor

Anna Luther

Anna Luther schreibt seit Februar 2015 bei backview.eu und interessiert sich für gesellschaftliche, kulturelle und politische Thematiken. Sie studiert in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und Philosophie.

Anzahl der Artikel : 33

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