Du bist hier: Home » Gesellschaft » Bier auf Wein, das lass sein!

Bier auf Wein, das lass sein!

Mythen des Alltags Teil 2

Im Sprichwort heißt es „Bier auf Wein, das lass sein! Wein auf Bier, das rat‘ ich dir!“ Ist die Mischung von Wein und Bier wirklich gesund? In der zweiten Ausgabe von „Mythen des Alltags“ wird das Geheimnis gelĂŒftet, ob Wein und Bier sich vertragen und was man gegen einen Kater tun kann.


Party feiern bis zum Morgen: Bier, Wein und ein paar SchnĂ€pse – alles durcheinander. Wer am nĂ€chsten Morgen aufwacht und dessen Kopf sich anfĂŒhlt, als wĂŒrde er explodieren, der hat sprichwörtlich einen Kater.

Der Volksmund hat bekanntlich fĂŒr nahezu jede Alltags-Situation Bauernregeln parat. „Bier auf Wein, das lass‘ sein! Wein auf Bier, das rat‘ ich dir!“ Es wird im Allgemeinen behauptet, dass die Reihenfolge alkoholischer GetrĂ€nke Einfluss auf den Kater am nĂ€chsten Morgen nehmen kann.

Schon im 19. Jahrhundert lebte man frei nach diesem Motto. Zu dieser Zeit galt Wein als ein GetrĂ€nk, das sich nur wohlhabende Leute leisten konnten. Der edle Rotwein sollte nicht durch den bitteren Geschmack des Bieres, dem GetrĂ€nk der Armen, verdorben werden. Er galt als ein Symbol fĂŒr Wohlstand und Reichtum. Nach heutigen Erkenntnissen der Medizin, hat man herausgefunden, dass dies doch nur ein MĂ€rchen ist.

Ist die Reihenfolge oder die Menge entscheidend?

Ein Mix aus Weinen, Bieren oder SchnĂ€psen kann den nĂ€chsten Morgen zum Horrortrip werden lassen. Der Grund dafĂŒr ist nicht die Variation mehrerer GetrĂ€nke. Das sei ein weitverbreiteter Irrtum, weiß der ehemalige Professor fĂŒr GĂ€rungstechnologie der UniversitĂ€t Hohenheim, Hans-Joachim Pieper. Es komme dabei allein auf die Menge des Alkohols an. Nach seiner EinschĂ€tzung sei Wein im Gegensatz zu anderen alkoholischen GetrĂ€nken besonders zu empfehlen, da er stets frei von Keimen und aus diesem Grund bekömmlicher sei.

Interessant!
Im alkoholischen Zustand neigt der Mensch dazu, an einem Abend nicht bei einem GetrÀnk zu bleiben und alles zu mischen. Erst Bier, dann Wodka oder Cocktails. Man kann einfach nicht mehr aufhören. Zu Beginn schmeckt alles noch wie gewohnt. Je mehr man von demselben GetrÀnk zu sich nimmt, nimmt das Verlangen danach ab, bis man ganz aufhört. Sobald jedoch etwas Neues hinzukommt, ist der Anreiz wieder da und das Trinkgelage geht weiter.

Ein Glas Wein am Abend ist gesund?

Das berĂŒhmte Glas Wein am Abend ist unter Wissenschaftlern immer noch umstritten. Der Volksmund sagt, ein Glas Wein am Abend sei gesund, zwei GlĂ€ser verlĂ€ngern das Leben. TatsĂ€chlich wurde in einer Studie dieses PhĂ€nomen untersucht und bestĂ€tigt. Nach Angaben von Focus online, haben Forscher und Wissenschaftler Artikel im „Journal of the American College of Cardiology“ publiziert, die besagen, dass die Sterberate bei Menschen, die nicht mehr als zwei GlĂ€ser Wein am Tag trinken, deutlich geringer ist, als bei Abstinenzlern oder Alkoholikern. Zudem verringert Wein die Wahrscheinlichkeit von Demenz im hohen Alter. Dies gilt jedoch nur fĂŒr die, die ohnehin einen gesunden Lebensstil fĂŒhren, sowie regelmĂ€ĂŸig Sport treiben und in geringen Maßen Alkohol zu sich nehmen. Also mehr als zwei GlĂ€ser am Tag sollten es nicht sein.

Wer keinen Wein mag, kann auch Bier in Maßen genießen. In Boston (USA) fand man heraus, dass Frauen, die in Maßen Bier zu sich nahmen, auch im hohen Alter ihr GedĂ€chtnis fit halten können. Es gibt noch mehr interessante Forschungen aus den USA: Hirnforscher an der University of California in Los Angeles fanden heraus, dass „leicht alkoholisierte Patienten grĂ¶ĂŸere Chancen haben, mittlere oder schwere Hirnverletzungen zu ĂŒberleben.“ Demnach soll der Alkoholgehalt die Hirnzellen vor den Folgen von schweren Kopfverletzungen schĂŒtzen.

Tipps und Tricks
Doch was hilft nun wirklich gegen einen Kater?
Eines ist sicher: Wasser trinken! Alkohol entzieht dem Körper die FlĂŒssigkeit und fĂŒhrt daher zu den Kopfschmerzen, die jeder bei einem Kater verspĂŒrt. Wird wĂ€hrend des Abends zusĂ€tzlich ausreichend FlĂŒssigkeit aufgenommen, entwickeln sich keine Kopfschmerzen.

Wenn man davor noch fetthaltiges Essen zu sich nimmt, verlangsamt es die Alkoholaufnahme im Körper und der Alkohol kann so besser verarbeitet werden. Wer diese Tipps berĂŒcksichtigt und zudem noch ein gesundes Leben fĂŒhrt, der wird auch noch viel davon haben. Im Zweifelsfall kann man immer noch einen Arzt aufsuchen.

(Text: Marten Ronneburg / weitere Texte von Marten unter: martenronneburg.de)
Download PDF  Artikel drucken (PDF)

Schreibe einen neuen Kommentar

You must be logged in to post a comment.

Über den Autor

anonym
Anzahl der Artikel : 49

© back view e.V., 2007 - 2017

Scrolle zum Anfang