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Bester Freund oder genau der Richtige?

Ein Kommentar von Ulrike Botha

Ist ein bester Freund nicht automatisch für mehr geeignet? Ist er nicht der beste Partner, den man bekommen kann? Im Kommentar schreibt Ulrike Botha über das Verhalten von Pärchen und die Liebe zum besten Freund.

Ganz klar — er ist es!

Für mich ist die Antwort ganz klar: Ja, mein bester Freund ist der richtige Mann. Dies ist zumindest bei mir und bei vielen Freunden von mir der Fall. Wäre ich nicht mit diesem Mann zusammen, wären wir trotzdem zumindest sehr gute Freunde und total auf einer Wellenlänge. Es gäbe doch nichts Schlimmeres, als mit der Person, mit der du in deinem Leben am meisten Zeit verbringst , nichts gemeinsam zu haben.

Zu gerne erinnere ich mich an die Abende, an denen nicht nur Romantik auf dem Plan stand, sondern auch diverse Albernheiten und vor Lachen der Bauch weh tat. Man kann doch auch nicht so viel Zeit mit jemanden verbringen, bei dem außer Pärchen-Gesülze nichts anderes auf dem Plan steht. Da scheitert die Beziehung meiner Meinung nach doch bestimmt an Langeweile.

Bester Freund

Niemand möchte „das Pärchen“ sein

„Das Pärchen“ ist doch bestimmt ein Phänomen das jeder in seinem Freundeskreis kennt und welches jeden nervt. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie treffen sich mit ein paar Freunden und Freundin XY möchte ihren Freund mitbringen. An sich ist dies noch kein Problem, jedoch haben XY und ihr Freund den ganzen Abend nichts anderes zu tun, als sich süße Nichtigkeiten zuzuflüstern und mit ihrer Knutscherei allen Unbehagen zu beschaffen. Ich jedenfalls möchte nicht „das Pärchen“ sein und bin damit wohl nicht alleine.

Wenn mein Freund und ich uns mit Freunden treffen, ist die Situation eine ganz andere. Da wir selbst Anfangs erst befreundet waren, ähneln sich unsere Freunde auch sehr. Wenn wir uns mit Freunden treffen, sind wir selbst auch zwei gute Freunde, die mit allen einen Abend voller Lacher und Spaß verbringen, jedoch ohne zu vergessen, dass wir weit mehr sind. Das rumturteln behalten wir uns für die privaten Momente. Somit kommt nie der Moment auf, indem man sich entscheiden muss, ob am heutigen Abend der Partner oder die Freunde dran sind, da diese euch zu zweit nicht ertragen.

Bester Freund oder große Liebe?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich bei „seulchen Pärchen“ immer zweimal Überlege, ob ich jemanden davon einlade. Denn lädt man den einen ein, muss der andere automatisch auch immer dabei sein und manchmal möchte man beispielsweise einen Mädelsabend machen und da passt der Freund einfach nicht rein.

Die Romantik darf nicht zu kurz kommen.

Nachdem mit „dem Pärchen“ das eine Extrem behandelt wurde, möchte ich nun noch das andere Extrem erläutern. Worauf man achten muss, ist ,dass in der Beziehung mit dem besten oder einem guten Freund nicht die Freundschaft die Oberhand gewinnt und die Liebe auf der Strecke bleibt. Es ist wichtig, dass man nicht nur rumalbert, sondern sich immer wieder die Zeit für die romantische Seite der Beziehung nimmt.

Ich habe schon ein paar Mal beobachtet, dass Paare sich trennen, weil sie eigentlich „nur“ noch Freunde sind. Eigentlich eine der „angenehmsten“ Arten der Trennung, denn so bleibt das Streiten und das Herz brechen womöglich erspart. Trotzdem schade, denn in einem Liebespartner kann man seine große Liebe und damit auch einen Freund fürs Leben finden.

Ein gutes Gleichgewicht finden

Zusammenfassend lässt sich aus meiner Sicht sagen, dass es essentiell für das Funktionieren einer Beziehung ist, dass auch eine freundschaftliche Basis da ist. Die Liebe darf aber niemals zu kurz kommen. Man sollte sich jedoch auch sicher sein, ob ein bester Freund, in den man sich vielleicht verliebt hat, auch Liebesmaterial ist, denn lange Freundschaften können auch durch das Schließen einer Beziehung zu Brüche gehen.

Ich für meinen Fall, habe wohl das große Los gezogen. Beim Kennenlernen war eine große freundschaftliche Sympathie vorhanden, die sich schnell in tiefergehendes umgewandelt hat. So musste ich mir nie in Frage stellen, ob ich eine Freundschaft gefährde. Trotzdem ist dies kein pauschales Rezept zur großen Liebe, denn jeder muss selber entscheiden, was er/sie in einem Partner sucht.

(Text: Ulrike Botha / Foto: Leonie Damm by jugendfotos.de)

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