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Angst vor Flüchtlingen

Kommentar über die Terrorgefahr durch Fremde

Zuerst die Berichte, über nicht mehr abreißende Flüchtlingsströme. Dann sind davon zigtausende nicht mehr unauffindbar; verschollen. Und jetzt diese Terrormeldungen aus Paris – Hannover – Berlin. Es rückt anscheinend immer näher an mich heran, umzingelt mich, umkreist meine Komfortzone. Alles wird für mich enger; wird immer beängstigender.

JA, ich mache mir Sorgen! Ich habe Angst! Und ich lebe seit Paris anders!

Angst vor Flüchtlingen

Die Medien machen mich komplett verrückt!

Ich sitze in meiner Wohnung und überlege mir jetzt dreimal, ob ich wirklich noch was einkaufen muss, oder ob ich mit den vorhandenen Vorräten doch noch ein paar Tage auskomme. Vielen geht es sicherlich genauso! Die Angst vor möglichen Anschlägen – gerade dann, wenn ich vor Ort bin und nichts böses ahne – so wie in Paris!

Meine Angst ist nicht rational, eher emotional und von außen geprägt. Ich bin sensibel, das gebe ich zu, doch hatte ich bisher keinen Grund, Angst vor anderen Menschen zu haben. Im Gegenteil, ich liebte den Kontakt zu fremden, ausländischen Menschen und genoss die Möglichkeit, nette Gespräche über Gott und die Welt zu halten. Andere Meinungen hautnah zu erfahren, ihnen in die Augen zu sehen und die Gestik zu erleben.

Ich habe mich gerne inspirieren lassen, von den Fremden! Jetzt ist da diese Ungewissheit. Ist es möglich, dass einer der Fremden vielleicht nicht so freundlich ist? Die propagierte Ausländerflut, die unser Land gerade erlebt, trägt meine Angst auf verschiedene Ebenen.

Meine Gefühle fahren mit mir Achterbahn

Flüchtlinge sehe ich jetzt als potentielle IS-Attentäter, obwohl ich sie nicht kenne. Am liebsten möchte ich ja rausgehen und den Flüchtlingen helfen; irgendwas tun und wenn es nur ein freundliches Gespräch ist. Doch ich bin wie gelähmt. Ich habe Angst vor Flüchtlingen.

Mein Leben hat sich geändert, meine bis dato erfolgreich weggeschobenen Vorurteile anderer, dass mit den Flüchtlingen auch das Böse in unser Land gekommen wäre, schiebt sich wie ein grauer Schleier über mein Denken. Ich bin infiziert – infiziert von der Angst, grausam getötet zu werden. Oder durch den bloßen Kontakt zu ihnen real infiziert zu werden. Zum Beispiel mit TBC [Tuberkulose], Hepatitis oder sonst was für einer tropischen Krankheit. Womöglich bekomme ich noch Ebola! Mein Verstand spielt Verstecken mit mir.

Meine Aufmerksamkeit widmet sich immer mehr den grausamen – unheilverkündenden Themen im Fernsehen und Internet. Ich sauge auf, was mir angeboten wird. Es ist wie damals, als ich schwanger war – da sah ich auf einmal auch nur noch schwangere Frauen um mich herum, oder als ich aufhörte zu rauchen; es liefen nur noch rauchende Menschen um mich herum. Und im Fernsehen war in jedem Film mindestens ein Raucher zu sehen.

Mein Fokus hat sich verändert!

Ich werde aggressiv, wenn ich nur noch schwammige Berichterstattungen lese oder höre. Ich ertappe mich dabei, Schuldige zu suchen. Schuldige, die es zuließen, dass Menschen auf diese gemeine Art starben, die zuließen, dass ich jetzt Angst habe. Die Unachtsamkeit und mangelnde Verantwortung, uns Einheimischen gegenüber, dass all diese Flüchtlinge nicht bereits an den Grenzen auf die teils tödlichen Krankheiten überprüft wurden.

Ich spüre Wut auf diejenigen, die es zu verantworten haben, dass ich mich nicht mehr hinaus traue. Erst wenn ich dann gar nicht mehr anders kann, dann verlasse ich meine Oase des Friedens und beäuge jeden Ausländer argwöhnisch auf verdächtiges Verhalten.

Angst ist mein Beschleuniger – Freundlichkeit wird hinterfragt

Meine Einkäufe erledige ich in Hochgeschwindigkeit. Ich packe die Lebensmittel nach vorheriger Einkaufsliste mit fast militärischer Akribie in meinen Einkaufswagen. Kein genüssliches Schlendern durch den Markt, sondern konzentriertes Abarbeiten des Einkaufszettels.

Vorgestern stand ich angespannt an der Kasse, als sich ein schwarzhäutiger Mann mit seinen, in einer Umhängetasche und den Armen gestapelten Lebensmitteln an mir vorbei drängelte. Er stieß mir mit seinem Ellenbogen in die Seite und grummelte etwas in seiner Landessprache, schaute mich dabei aber nicht an.
Als er dann auch ohne zu stoppen an den anderen wartenden und zahlungswilligen Kunden des Marktes vorbei ging, guckte die Kassiererin angestrengt und geschäftig weg, bis er an ihr vorbei war. Keiner der Kunden, die wie ich angerempelt wurden, sagte etwas.

Erst als er draußen war, tauschten sie vielsagend verstohlene Blicke aus und eine Frau sagte laut: „Und das bezahlen wir alles, hoffentlich nicht irgendwann auch mit unserem Leben“.

Meine Angst vor Flüchtlingen

Da war sie wieder, die Angst. Sie legte sich wie ein breites Band um meinen Hals. Ich war nicht in der Lage darauf zu antworten. Früher hätte ich diese Frau in eine Diskussion verwickelt, aber in diesem Moment sagte ich nichts mehr, sondern kämpfte schlicht mit meiner Angst. Ich rief mir die Worte Nietzsches „Entweder versteckt man seine Meinung, oder man versteckt sich hinter seiner Meinung“ ins Gedächtnis und beruhigte mich etwas. Nun, Tollkühn kam mir diese Frau aber nicht gerade vor, eher ängstlich.

Nach dem ich dann meine Waren bezahlte, wollte ich sie ebenso schnell im Auto verstauen. In meiner Hektik riss eine Palette mit Katzenfutter auseinander und einige der Dosen rollten ungehindert um mich und mein Auto.
Im Begriff die rollenden Dosen einzufangen, wurde ich von hinten angesprochen. Da standen auf einmal drei schwarze Männer vor mir, die sich ebenfalls um die rollenden Dosen kümmerten. Einer legte sich sogar auf den Boden und angelte eine unter das Auto gerollte Dose hervor. Mit einem breiten und freundlichen Lächeln hielten mir die Männer die Dosen mit Katzenfutter entgegen, doch ich dachte in diesem Moment nur an Flucht und Ebola.

Ich war geschockt – einerseits packte mich die Angst und andererseits war da die Freundlichkeit, der ich nicht mehr trauen wollte. Schon gar nicht nach dem Vorfall an der Kasse. Sie haben mir zwar nichts getan, haben mir nichts weggenommen, im Gegenteil, sie haben mir geholfen. Doch meine Angst wurde dadurch nicht weniger. Neben meinem Auto parkte gerade ein Mann ein, welcher beim Aussteigen meinte: „Dann wollen wir mal schnell einkaufen, bevor die Bombe hochgeht“. Kopfschüttelnd stieg ich in mein Auto und fuhr nach Hause, doch die Worte der Frau an der Kasse und des Mannes vom Parkplatz hallten noch in meinen Gedanken nach.

Versammlungen sind erst mal Tabu!

Die Sorge um mein Wohl und das anderer Menschen ist noch immer greifbar. Wenn ich das Haus verlassen will, um an Orte mit mehr als einer Hand voll Menschen zu fahren, überlege ich mir sehr genau ob ich das wirklich muss. Allerdings, nach meinem Erlebnis im Supermarkt frage ich mich ernsthaft, ob meine ängstlichen Sorgen durch den Terroranschlag in Paris ausgelöst wurden, oder ob ich nicht bereits vorher, über lange Zeit unbewusst, geschürt durch die Medien und ihre konträren Berichterstattungen, beeinflusst wurde und Paris nur der Auslöser für meine panikartigen Gefühle war.

Auf Weihnachtsmärkte gehe ich jedenfalls dieses Jahr nicht! Auch stelle ich meinen Wunsch nach einem Kabarett-Besuch hinten an.

Ich warte ab und beobachte die Medien. Schütze meine Privatsphäre und rede mit Freunden über meine Ängste und Sorgen, die unser aller Zukunft betreffen.

Ich bin damit jedenfalls nicht alleine.

(Text: Johanna Hubien)
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Kommentare (3)

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    Tommy

    Hmm, sie sollten mal einen Psychologen aufsuchen. Eine gesunde Skepsis gegenüber den Asylanten mag ja angebracht sein, aber ihre Aussage grenzt schon an Schizophrenie. Aber ich gebe Ihnen Recht: Die Medien treiben jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf. Sie lügen und verschweigen, verdrehen die Tatsachen und zeigen nur Flüchtlingsfamilien, die es zwar auch gibt, aber 80 % der Asylanten sind Männer in jungen Jahren. Die Medien haben sich die Bezeichnung als ‚Lügenpresse‘ redlich verdient.

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    Johanna Hubien

    Lieber Tommy, vielen Dank für deine Fürsorge und deine Bedenken.
    Doch mit meinem Artikel möchte ich genau darauf aufmerksam machen. Das aufgezeichnete Verhalten und – viel schwerwiegender als das ist das Denken, bekommt durch öffentliche Berichterstattungen, dem bisher real Erlebten und aus den Unkenrufen gezielter Treiber, seine Energie. Die dadurch ausgelösten emotionalen Wechselreize bringen das seelische Gleichgewicht vieler Menschen aus seiner Stabilität.
    Schon fast schizophrene Verhaltensmuster legen sich über die eher sensiblen und grundsätzlich ängstlichen Menschen. Macht sie in dieser „Angst-Zeit“ zu Zombies ihrer Selbst – Realitätsfremd und doch Realitätsnäher als je zuvor, denn sie hinterfragen ihr Denken und Handeln – zu jeder Zeit. Sind sich ihrer Zerrissenheit bewusst und lassen schlicht einem Urinstinkt die Oberhand – dem Überlebensinstinkt, der mitunter irrational ist. Ich hoffe, dass es mehr Menschen wie dich gibt, die mit gesunder Skepsis nicht nur den Asylanten gegenüber, sondern das gesamte System betrachten und die Beweggründe dafür hinterfragen.

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    Ottogeorg Liudwig

    Angst machen die Lügen, Verharmlosung, Totschweigen der BRD-Politikern gegenüber den
    frech übergangenem Dt. Bürgern – in allen vital wichtigen einschneidenden Problemen, deren nachhaltigen Folgen die ausschließlich wir Bürger u. unsere nachfolgenden Generationen zu tragen haben!
    Unterschiedliche Wertvorstellungen, gesellschaftl,, kulturelle, religiöse, Unterschiede
    Finanzielle Kostenübernahme der IST_ u. FOLGEKOSTEN mit unzähligen Milliarden über Generationen hinaus
    Staatl. Absenkung des Dt. Bildungsstandarts (Idiotisierung der BRD ) Nur 8% aller Einströmenden
    am Dt. Arbeitsmarkt zu gebrauchen! Der Rest Millionen Harz4- Kindergeld -Empfänger
    Unruhen, Kriminalität,Vergewaltigungen, Diebstähle, Mord ohne Ende
    Tausende moslemische Stadttteroristen in Dt. Städten unter Duldung Dt. Staatsmacht, mit HARZ4
    Verteilungskämpfe zwischen Moslemen u. Deutschen
    Dt. Politiker vergessen die Fürsorge der DT. Bürger u. widmen sich Willkommen berauscht nur den
    einflutenden oft gewalttätigen, bildungsfernen, integrationsunfähigen jungen wehrfähigen Moslemen zu, ca 72% – der Rest 28% sind Familien u. Kinder !
    Deutsche sind Fremde im eigenen Land, die weiter verdrängt werden – bis hin zu deren Abschaffung
    Gut Leben i BRD von Harz4, Kindergeld Wohnungsneubau u.a. Woltaten bis das Geldf ausgeht!

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