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A Legend Ends

Thomas Schaaf und das Ende einer Ära

Thomas Schaaf wurde am Mittwoch dieser Woche beurlaubt, das letzte Saisonspiel in NĂŒrnberg wird der Coach schon nicht mehr auf der Trainerbank verfolgen. Mit der Trennung von Schaaf ist in Bremen ein Naturgesetz außer Kraft gesetzt worden. Seine Demission bedeutet das Ende einer Ära.

A Legend Ends. Mit diesem Zusatz lockte Christopher Nolan zahlreiche Zuschauer in die internationalen Kinos. Sein Batman-Abschluss The Dark Knight Rises war der Schlussakt einer traumhaften Ehe. Doch jede Legende endet einmal.

ThomasSchaafSo auch die grĂŒn-weiße Liebschaft in Bremen zwischen Schaaf und dem SVW, die immerhin auf eine 14-jĂ€hrige Beziehung zurĂŒckblicken kann. Selten wurde die gegenseitige Zuneigung jedoch auf eine derart harte Probe gestellt wie in den letzten Wochen. Abstiegskampf – das war ein ganz neues GefĂŒhl nach Jahren der Champions League-Zugehörigkeit.

Sowohl Spieler wie auch Trainer schienen gleichermaßen unsicher im Kampf gegen das Abstiegsgespenst. Schaaf wirkte phasenweise noch grantiger als ohnehin, sein Stuhl wackelte bedenklich. Zumindest medial wurde munter an den Stuhlbeinen gesĂ€gt. Doch es wĂ€re nicht Bremen, wenn man nicht mit vereinten KrĂ€ften am 33. Spieltag gegen Frankfurt durch ein 2:2 den Klassenerhalt gesichert hĂ€tte.

 

Eine Bastion der LoyalitĂ€t wurde gestĂŒrzt
So sehr Schaaf und Bremen als ein Beispiel fĂŒr Konstanz und Treue im deutschen Fußball emporragten, so sehr ist die Trennung nun doch mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu sehen. Einerseits ist es beinahe beispiellos, mit welcher Nibelungentreue die Verantwortlichen am Trainer festhielten und diesen nicht in den Medien demontierten. Andererseits bleibt der bittere Beigeschmack, dass jetzt auch das letzte Traumpaar getrennte Wege gehen wird.

Eine Bastion der LoyalitĂ€t wurde gestĂŒrzt. Und dennoch ist die Trennung nachvollziehbar. Ein Schnitt sollte nach dieser katastrophalen Saison folgen.“ Wir möchten jemanden haben, der Aufbruchstimmung erzeugen kann“, so Ă€ußerte sich Klaus Filbry, der Vorsitzende der GeschĂ€ftsfĂŒhrung.

Wer rastet, der rostet
Die letzten zwei Jahre haben den Eindruck manifestiert, dass es rostet, wo man rastet. Und in Bremen hat man zuletzt eine lĂ€ngere Rastpause eingelegt. Nach den zahlreichen Champions League-Qualifikationen folgte der sukzessive Weg in die MittelmĂ€ĂŸigkeit. Und aus diesem Einheitsgrau möchte man in Bremen schnellstmöglich wieder raus.

Ob die Chancen dafĂŒr ohne Thomas Schaaf tatsĂ€chlich besser als mit ihm stehen – das wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Der 52-JĂ€hrige, der seit 1972 im Verein war, mobilisierte in Bremen im Endspurt nochmals alle KrĂ€fte und konnte den Abstieg abwenden. Was fest steht: In Bremen endet eine Legende. Nolans Batman rettete seine Stadt kurz vor seinem Abgang vor einer Atombombe. Wie passend.

 

(Text: Jerome Kirschbaum / Foto: Benjman Radzun, Flickr.com nach Creative Commons)
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Über den Autor

Jerome Kirschbaum
Ressortleiter Sport

Jerome Kirschbaum schreibt am liebsten ĂŒber Sport, wenn er denn nicht selbst auf einem Platz steht. Seit Oktober 2010 verdingt sich Jerome als Schreiberling fĂŒr back view, neben den LeibesĂŒbungen widmet er sich sich auch politischen Themen. Im wahren Leben musste Jerome zahlreiche Semester auf Lehramt studieren, um dann schlussendlich doch etwas ganz anderes zu werden.

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